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Die Eisenbahn hatte für Deutschland einst einen sehr hohen Stellenwert, so war es eine Notwendigkeit deren ständige Bereitschaft und Funktion zu gewährleisten. Dafür stampfte die Reichsbahn einst etliche Ausbesserungswerke aus dem Erdboden, welche sicherstellen konnten, dass in diversen spezialisierten Abteilungen wichtige Instandsetzungs- und Reparaturarbeiten an Waggons und Lokomotiven jedweder Art erledigt wurden!

Ein auf Personen- & Güterwaggons spezialisiertes Werk steht unter anderem im sächsischen Zwickau, unweit unserer Heimatstadt Chemnitz, wo wir bereits ein ehem. RAW (bzw. dessen Reste) besucht haben. Das Werk in Zwickau wurde im Jahre 1903, beauftragt durch die Königlich Sächsischen Staateisenbahnen, errichtet und erstmals im Jahre 1908 in Betrieb genommen. Der Beschluss zum Bau des neuen Werkes erfolgte allerdings schon 1894 um dem hohen Aufkommen des Eisenbahnverkehres gerecht zu werden. Um 1920 herum stand das Werk einst fast vor der Pleite, die Rettung nahte jedoch durch den anschließenden Aufschwung in den Dreißigern! Der Aufschwung führte gar zum Ausbau des Werkes, so dass nicht nur die innere Infrastruktur verbessert, sondern auch die Bedingungen für Mitarbeiter durch neue Sozialräume gesteigert werden konnten. Den zweiten Weltkrieg überstand das Ausbesserungswerk nur mit großen Schäden, so fand am 13. Mai 1944 das erste Bombardement auf das Gelände statt, ein zweiter großer Schlag erfolgte am 7. Oktober 1944 bei dem weite Teile dem Erdboden gleichgemacht wurden. Mehrere Mitarbeiter und Kriegsgefangene verlieren dabei ihr Leben.

Da das Ende des 2. Weltkrieges den erneuten Einsatz von Lokomotiven und Waggons forderte, wurde das Ausbesserungswerk schnell beinahe vollständig wieder hergerichtet. Zum Wiederaufbau deutscher Städte mussten tausende Lokomotiven und Güterwaggons repariert werden, so stieg parallel dazu auch die Zahl der Mitarbeiter stetig an. In der DDR bekam das Werk in Zwickau einen neuen Namen, hieß es nun fortan „7. Oktober“! Ab dem Jahre 1967 wird man sogar Alleinhersteller für 10 & 20 Fußcontainer in der Deutschen Demokratischen Republik. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass am 13. Dezember 1968 die letzte Lokomotive das Werk verlassen hat, womit sie sich in knapp 12.000, über die Jahrzehnte, reparierten Lokomotiven einreihte.

Mit gut 3.300 Mitarbeitern war der Zwickauer Werk dennoch gut aufgestellt. Wie so oft sollte sich das aber mit dem Ende der roten Herrschaft über den Osten Deutschlands ändern. 1992 schloss man die Containerproduktion und entließ hunderte Mitarbeiter. Doch das sollte nicht das Ende sein, versuchte die Deutsche Bahn als neuer Eigentümer das Werk durch eine millionenschwere Finanzspritze als Güterwagenreparaturwerkstatt zu erhalten, vergebens. Im Jahre 2001 beschloss man im Vorsitz der Bahn die Schließung des Werkes, 2004 verließen die letzten Mitarbeiter endgültig das Gelände und verschlossen Türen, sowie Tore hinter sich.

Mit 100 Jahren Geschichte kann das Werk also durchaus auf gute wie auch schlechte Zeiten zurückblicken. Gegenwärtig wurden bereits Teilabrisse vorgenommen, so planen der Freistaat Sachsen und Thüringen am Standort eine neue Justizvollzugsanstalt. Allerdings regt sich im Umfeld Protest gegen den Bau, so liegt unter anderem eine größere Gartensparte genau am Rande des ehemaligen Werkgeländes.

Reichsbahnausbe...
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